Aktivisten und ihre Foren

Wie ist das Echo auf privaten Foren?
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Aktivisten und ihre Foren

Beitragvon etcpp » 7. Jul 2015 01:00

Hier geht es um private Foren von Leuten, die im realen Leben erheblichen Aufwand im Umgang mit einem politischen oder rechtlichen Problem treiben. Das geht meistens viele Leute an, die das gleiche Problem haben. Wie sieht es aber mit der Unterstützung der Aktivisten durch das Netz aus?

Ein Beispiel aus unserer Linkliste:

http://kassenstasi-nein-danke.npage.de/

Der Betreiber der Seite klagt über alle Instanzen gegen die elektronische Gesundheitskarte, der Hunderttausende und vielleicht Millionen Menschen misstrauen. Auf dem Forum zu der Homepage haben sich aber gerade mal 10 Leute registrieren lassen ... :|
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etcpp
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Re: Aktivisten und ihre Foren

Beitragvon etcpp » 8. Jul 2015 00:24

Bei der Foren - und Facebook - Begleitung von Klägern vor dem Bundesverfassungsgericht bin ich auch etwas skeptisch, was den Sinn solcher Diskussionen betrifft. Siehe dazu diesen Fall auf dem Forum Auszeit:

Bild

Betr.: BG 955A123521tr.:
Wiedereingliederung in die persönliche Verantwortung für Ihr Tun





Sehr geehrte Frau Yyyyyyy





nachdem Sie mit Ihrem Widerspruchsbescheid direkt panisch aus der Verantwortung geflohen sind, teile ich Ihnen hiermit mit, dass ich, wie angekündigt, seit dem 01.07.2015 hungere und dass ich Sie trotz ihrer Flucht im Sinne des § 63 BBG persönlich für die herankommenden Geschehnisse verantwortlich erkläre.



Persönlich verantwortlich erkläre ich Sie, Ihre Kollegin Frau Xxxxxxxx und die Leitung Ihres Hauses, die Sie angesichts der von mir aufgebrachten Gründe allesamt hätten remonstrieren MÜSSEN.



Es ist mir unverständlich, wie Sie nach Ihrem Totalversagen an der Frage nach Artikel 1 GG, wie Sie durch Ihre Taten meine Würde achten und schützen

s. meine Widerspruchsbegründung vom 15.06.2015, Anlage 1,

einfach weiter machen können wie bisher.



Noch weniger verständlich ist mir, dass Sie in ihrem Widerspruchsbescheid vom 19.06.2015 nicht mit einem einzigen Wort (!) auf meine Widerspruchsbegründung eingegangen sind.



Sie haben die Macht über das Leben und über das Wohlergehen tausender Menschen in der Hand. Sie zwingen die Menschen zu "systemkonformem Verhalten" - zu "systemkonformem Verhalten" im Sinne von Hartz IV -,
oder scheiden sie, wenn Ihnen das nicht gelingt, durch die Sanktionen aus der Gesellschaft aus. –



In dem Moment aber, in dem IHRE Systemkonformität in Frage steht, in dem aufgedeckt wird, dass Sie außerhalb der Verfassung bzw. außerhalb der Artikel 1 und 20 GG agieren, in dem Moment, in dem Ihnen das auch noch vom Sozialgericht in Gotha ausgewiesen wird, verstecken Sie sich und geben Sie die Entscheidung panisch – und die weitere Belastung des Betroffenen in Kauf nehmend – ans Sozialgericht ab.



Wenn auch das Sozialgericht die Sache so weiterreicht wie Sie (was angesichts der bisherigen Erfahrungen durchaus möglich ist), geht die Verschiebung der Verantwortung immer weiter fort. Bis ich zu Grabe getragen werde.



Nachdem ich Ihnen in meiner Widerspruchsbegründung geschrieben habe:

"Aus politischen Motiven, ohne dass Sie auch nur im Entferntesten (!) einmal auf meine rechtlichen Gründe eingegangen sind, habe ich drei Jahre Sanktionen, davon zweieinhalb Jahre Totalsanktion von Ihnen erhalten.

Diese Zeit ist nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Meine Kräfte sind erschöpft.
Jetzt, nachdem durch die Entscheidung des Sozialgerichtes in Gotha auch öffentlich geklärt ist, dass Ihr Tun in Frage steht, verlange ich von Ihnen, die am 07.05.2015 verhängte Sanktion unverzüglich bis zur Klärung der Frage auszusetzen.

Sollte sie nicht bis zum 30.06.2015 ausgesetzt sein, bleibt mir nichts anderes übrig,
als bis zur Beendigung Ihrer unwürdigen Zwangsmaßnahmen
wieder ins Sanktionshungern überzugehen. (...)

Mein Leben liegt jetzt ganz in IHRER Hand!"


mache ich Sie jetzt auch persönlich für das verantwortlich für das, was jetzt geschieht.




Mit freundlichem Gruß,

Ralph Boes

http://grundrechte-brandbrief.de/Prozes ... ortung.htm

http://grundrechte-brandbrief.de/Prozes ... ortung.htm

»System lebt von Angst«

Zweieinhalb Jahre auf Null: Hartz-IV-Aktivist Ralph Boes hungert erneut öffentlich
Von Susan Bonath


Vor zwei Monaten fasste Richter Jens Petermann am Sozialgericht Gotha einen Beschluss: Hartz-IV-Beziehern für das Nichtbefolgen von Auflagen die existenzsichernden Leistungen zu kürzen oder streichen, sei verfassungswidrig. Er leitete sein Urteil nach Karlsruhe weiter. Die ursprüngliche Beschlussvorlage, die der Kläger eingereicht hatte, gäbe es ohne Ralph Boes wohl nicht. Denn auf sein Bestreben hin hatten der Bundesrichter a.D., Wolfgang Nešković, und die Juristin Isabel Erdem das Papier erstellt. Damit habe Boes sein Ziel erreicht, die Sanktionspraxis höchstrichterlich prüfen zu lassen, sagte er 58jährige am Montag im Gespräch mit jW. Vier Jahre nach seinem »Brandbrief« an die Regierung, Ministerien und die Bundesagentur für Arbeit hat der Berliner Erwerbslose am 1. Juli seine vierte öffentliche Hungeraktion gestartet. »Ich bin seit 2012 dauersanktioniert, seit zweieinhalb Jahren auf Null gesetzt und existiere nur von Darlehen, die mir Unterstützer gewähren«, erklärte er. Dies könne nicht unbegrenzt so weiterlaufen.

Boes legt Wert darauf, dass seine Aktion nicht als »Hungerstreik«, sondern als »Sanktionshungern« angesehen wird. »Ich zeige schlicht die Konsequenzen auf, die jedem drohen, dem das Amt Leistungen entzieht.« Sprich: Wer kein Geld hat, kann sich nichts zu essen kaufen. Vier Jahre lang habe er das Jobcenter Berlin-Mitte »provoziert«, also »Vermittlungsangebote« in Jobs oder Maßnahmen mit Verweis auf die Grundrechte auf Menschenwürde und freie Berufswahl abgelehnt. Sein Plan: Das Amt sollte ihn mit Strafen überziehen, die nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) rechtmäßig sind. »Nur so kann man grundsätzlich gegen die Praxis vorgehen«, so Boes. Außerdem habe er »die Folgen von Hartz IV« in die Öffentlichkeit bringen wollen.

Sein Ansinnen ging auf: Zehn Sanktionen in Folge verhängte das Jobcenter gegen ihn. Acht mal davon stellte sie die komplette Leistung ein. Die Bescheide hat er auf seiner Internetseite veröffentlicht. Seine Miete und Krankenversicherung werde durch seine Unterstützerinitiative getragen. Ebenso seine Reisen zu Vorträgen. Das Lebensnotwendige könne er nur durch freiwillige fremde Hilfe beschaffen. Boes spricht von Darlehen: »Sollte mir das Amt irgendwann Geld nachzahlen müssen, werde ich es denen, die es wünschen, zurückgeben«, sichert er zu. Was übrigbleibt, werde die Initiative, die ansonsten für ein bedingungsloses Grundeinkommen streitet, für Projekte einsetzen. Über seine vergangenen Hungeraktionen hatte die überregionale Presse berichtet. Dass er dabei unter anderem als »Hartz-IV-Schnösel« (Bild) und »Deutschlands frechster Hartz-IV-Schnorrer« (n-tv) verunglimpft wurde, trägt er mit Fassung. »Andererseits habe ich sehr viel Solidarität erfahren«, meinte er.

Jetzt will Boes »beweisen, dass Hartz IV rechtswidrig ist«. Dafür habe er genügend Material gesammelt. Die ständige Angst, die Lebensgrundlage entzogen zu bekommen, treibe Menschen in die totale Abhängigkeit, sagte er. Jobcenter könnten Erwerbslose und Aufstocker mit der Androhung von Sanktionen zu jeder Tätigkeit zwingen, »und sei sie auch noch so unsinnig«. »Das System zieht seine Kraft aus der Todesangst der Menschen«, bekräftigte er. Da müsse es jemanden geben, der sich dadurch nicht erpressen lässt. Das will der 58jährige auch weiterhin nicht. Für ihn geht es am 21. Juli vor dem Sozialgericht Berlin weiter. Dort werde seine Klage gegen seine erste Sanktion vom Oktober 2012, eine Kürzung um 30 Prozent, verhandelt. »Das ist der erste ausgesprochene Gerichtstermin in meiner Sache«, erklärte er. Widersprüche und Klagen gegen Hartz-IV-Kürzungen haben, anders als bei anderen Behördenstreits, keine aufschiebende Wirkung. Sanktionen werden, wie bei Ralph Boes, dennoch durchgesetzt. Derzeit habe ihm das Amt sogar 200 Prozent Abzug auferlegt, sagte er. Das bedeutet: Nicht nur für drei, sondern sechs Monate bekommt er keinen Cent. Das Verhalten des Berliner Amtes beschreibt er als »totale Blockade«. »Man geht nicht auf meine Argumente ein und wirft mir politisches Handeln vor.«

https://www.jungewelt.de/2015/07-07/031.php


http://auszeit123.user-board.net/t237p1 ... 105#104370

Denn auf sein Bestreben hin hatten der Bundesrichter a.D., Wolfgang Nešković, und die Juristin Isabel Erdem das Papier erstellt.


Der Herr Neskovic war schon immer etwas eigenwillig, u. a. zeitweise Mitglied der Linkspartei:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_ ... kovi%C4%87
Das Bundesverfassungsgericht wird sich davon aber nichts annehmen. Die moderieren immer nur Streitigkeiten innerhalb des parteipolitischen Establishments, wenn sich die politische Klasse als Ganzes auf eine Verfassungsrechtsbeugung einigt, winken sie die durch. Das Gericht ist eine Stütze der Macht und keine Kontrollinstanz. Das kann ja auch nicht sein, schließlich werden alle Bundesrichter von den Spitzenpolitikern und derem parlamentarischen Dienstpersonal ("unabhängige Abgeordnete", ha ha) ausgesucht und ins Amt gesetzt.
Die Frage der Sanktionierbarkeit von Verstößen gegen die Mitwirkungspflicht ist so ein Thema, bei dem sich alle Politiker einig sind. Deshalb wird das BVerfG daran nichts ändern, und wenn es 1000 x gegen Art. 1 GG verstößt. Das Verfassungsgericht ist nicht für die Stabilisierung des Grundgesetzes da, sondern für den Glauben der Treudoof - Michel an die gerechte Ordnung und deren Durchsetzbarkeit.
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Re: Aktivisten und ihre Foren

Beitragvon etcpp » 30. Jul 2015 22:52

Heute auf "Auszeit" geschrieben:

Manny hat geschrieben:
etcpp hat geschrieben:Hier mal ein älterer Artikel:

http://www.bild.de/geld/wirtschaft/hart ... .bild.html

Herr Boes hat sich schon vor längerer Zeit die Ehre der Feindschaft der Bildzeitung zugezogen. :)



gibt soga ein video dazu :-)

ja , die bildzeitung hat nichts anderes zu tun , auf die arbeitlosen zu treten :)

konzernenmachwerk ... :)


... wobei es insbesondere der Bildzeitung bei der Arbeitslosen - Treterei um die Billiglöhner geht. Die sollen es als so schlimm empfinden, arbeitslos zu sein, dass sie fleißíg für das Lebensminimum schuften und die Geldhaufen der Milliardäre und Multimillionäre vergrößern.

Der Springerverlag gehört nämlich auch einer Milliardärsfamilie.
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Re: Aktivisten und ihre Foren

Beitragvon Ahnungslose » 10. Aug 2015 09:27

etcpp hat geschrieben:Heute auf "Auszeit" geschrieben:

Manny hat geschrieben:
etcpp hat geschrieben:Hier mal ein älterer Artikel:

http://www.bild.de/geld/wirtschaft/hart ... .bild.html

Herr Boes hat sich schon vor längerer Zeit die Ehre der Feindschaft der Bildzeitung zugezogen. :)



gibt soga ein video dazu :-)

ja , die bildzeitung hat nichts anderes zu tun , auf die arbeitlosen zu treten :)

konzernenmachwerk ... :)


... wobei es insbesondere der Bildzeitung bei der Arbeitslosen - Treterei um die Billiglöhner geht. Die sollen es als so schlimm empfinden, arbeitslos zu sein, dass sie fleißíg für das Lebensminimum schuften und die Geldhaufen der Milliardäre und Multimillionäre vergrößern.

Der Springerverlag gehört nämlich auch einer Milliardärsfamilie.


Nun, die Bildzeitung Hetzt gegen jeden und findet es total Cool. Weil sie weiss, sie kann es machen. Sie wird nicht verklagt. Wir haben ja Pressefreiheit egal auf welchem Rücken es ausgetragen wird. Meistens auf die, die sich nicht Wehren können. Aber regt man an, die Pressefreiheit "Etwas" zu begrenzen zb: Hetzen gegen Leute usw. Brüllt die Meute ohne Ende. Also braucht sich dann keiner zu beklagen wenn sie so weitermacht wie bisher.
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Re: Aktivisten und ihre Foren

Beitragvon Senator74 » 25. Okt 2015 11:55

Ich habe schon relativ große Foren untergehen sehen und kleine, die sich ohne Probleme halten und gedeihen.
Schwer, das allgemein zu bewerten, was Foren am Leben hält, oder sie zum Untergang zwingt...
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Re: Aktivisten und ihre Foren

Beitragvon etcpp » 26. Okt 2015 03:16

Eines der größten Probleme für Foren ist wohl derzeit, dass es viele Teilnehmer in soziale Netzwerke zieht und Facebook - Gruppen Foren vorgezogen werden. Da ist allerdings Mr. Zuckerberg der Hausherr und nicht - wie auf einem Forum - der Betreiber der Gruppe.
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Re: Aktivisten und ihre Foren

Beitragvon Senator74 » 26. Okt 2015 11:46

Ich war nie aud FB und werde es auch nie sein.
Kostproben von virtuellen Freunden über das, was dort abgeht, reichen mir völlig, um dort fern zu bleiben.
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